Regie: Stephanie Pedros

Kamera: Stephanie Pedros
Schnitt: Stephanie Pedros
Musik: Matthew Roizek

Sanfter Einstieg in Zeitlupensequenz: Ein Kind ist ins Seifenblasen vertieft, eine Seifenblase zerplatzt. Der Krieg beginnt. Es folgt eine Bilderflut, die den Krieg in seinen verschiedensten Facetten zeigt, rhythmisch aneinandergereit, mal in hartem Staccato, mal einen längeren Moment ausharrend. Wer es schafft, für einige Augenblicke die Form vom Inhalt losgelöst zu betrachten, entdeckt die Ästhetik der Bilder. Der 10-minütige Film ist visuell stark und birgt poetische Momente trotz aller Brutalität und Schonungslosigkeit.

Die Regisseurin demonstrierte 2003 in London gegen den Irak-Krieg und seine Macher, mehr als eine Millionen Menschen nahmen an der Protestkundgebung teil. Man sieht z.B. eine Frau mit Gasmaske, gleichsam als Allegorie der Terrorbedrohung. Die zwei Realitäten - Krieg und Demonstration - werden teils optisch miteinander verwoben und führen den kausalen Zusammenhang, ´Krieg-Protest´ vor Augen. Der Film selbst wird zum Kriegsprotest. Die Entscheidung der 28jährigen Künstlerin, die abgedrehten Kriegsbilder als Projektion und damit in ihrer Unschärfe, beinahe ´Gemäldehaftigkeit´, bestehen zu lassen, ist weit mehr als ein formales Stilmittel. Es geht um geistigen Widerstand und Anklage, darum, auch noch im 21. Jahrhundert seinen Wertevorstellungen Ausdruck zu verleihen. Nicht nur die unfassbare Brutalität des Krieges, die Unmenschlichkeit in ihrer ganzen Dimension sollen gezeigt werden, sondern die Betroffenheit auch der Menschen, die nur über Massenmedien mit dem Krieg konfrontiert werden. Wir sind aufgefordert, Position zu beziehen. Ein modernes Kriegsgeschehen, moderne Kommunikation, eine moderne Auseinandersetzung mit einem alten Thema.

Die Filmmusik komponierte Matthew Roizek, dessen innovative Arbeiten auf internationalen Filmfestivals vertreten sind. Die Musik des in London lebenden Künstlers ist eine spannende Mischung von Gitarren, Streichern, Perkussion und elektronischen Instrumenten.